Bauherren-Interview: barrierefrei und smart

Als angehender Bauherr sollte man gut informiert und umfassend beraten in den Hausbau starten. Damit man sich bei all den Entscheidungen, die man zu treffen hat, aber auch wirklich sicher fühlt, reicht Fachwissen allein nicht aus. Wir haben deshalb für Sie Bauherren befragt und wollten wissen welche Erfahrungen sie beim Bauen gemacht haben, wo es Probleme gab und was sie heute anders machen würden:

Bauherren_Interview_meister.deWarum habt ihr euch dafür entschieden zu bauen?

Familie Weiler: Das ist bereits das zweite Haus das wir bauen. Der Grund für den Bau des zweiten Hauses, war der, dass sich das erste Haus nicht zu einem Zweifamilienhaus hätte umbauen lassen und unser Sohn wollte unbedingt in dem Haus wohnen bleiben. Der zweite Grund war die Altersvorsorge.

Habt ihr euch an einen Architekten oder eine Baufirma gewendet?

Familie Weiler: Weder noch, wir haben eine Bauplanfirma / Bauvermittler beauftragt (Firma Bonum aus Altdorf). Kurze Erklärung: Die Firma zeichnet den Plan und vermittelt einem dann Handwerker. Es kommen mit jeder Handwerksfirma einzelne Verträge zustande bei denen die Preise schon definiert sind (gegen Aufpreis kann dann mit den Handwerkern auch noch individuell etwas vereinbart werden). Die Bauplaner erhalten eine feste Pauschale von 15.000 €.

Wie seid ihr auf den Architekt/Baufirma aufmerksam geworden?

Familie Weiler: Über die Zeitung und in Prospekten, die in einer Musterhausaustellung auslagen.

Was waren die ersten Schritte die ihr anschließend gemacht habt?

Familie Weiler: Zuerst haben wir das Grundstück gekauft (Bauvermittler und Verkäufer arbeiten zusammen) und anschließend die Finanzierung bei der Bank abgeklärt. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie unser Haus aussehen soll und selber schon ein paar Skizzen gezeichnet. Die Baufirma hat ebenfalls ein paar Vorschläge gemacht und nachdem wir uns dann sicher waren, wie es aussehen soll, hat die Firma den endgültigen Werkplan gezeichnet und einen Preis festgelegt. Nebenbei haben wir uns noch ein Vergleichsangebot bei einer anderen Firma machen lassen.

Welche Unterlagen habt ihr für die ersten Schritte gebraucht?

Familie Weiler: Den Bauplan, um ihn beim Bauamt genehmigen zu lassen. Den genehmigten Bauplan für die Finanzierung bei der Bank. Einen Nachweis, dass es ein KW55-Haus ist, für den Kredit bei der KFW-Bank und die unterschriebene Abstandsflächenübernahme der Nachbarn.

Wie viel Zeit habt ihr für den kompletten Bau eingeplant? Wie lang hat es tatsächlich gedauert?

Familie Weiler: Die Bauplaner haben sechs Monate veranschlagt. Wir haben acht Monate eingeplant. Und gedauert hat es letztendlich zehn Monate, also von April – Januar.

Was war eure größte Sorge/Angst?

Familie Weiler: Wir haben uns für eine Zentrale Lüftung mit Kreuzwärmeheizer entschieden.
Da das nicht ganz so alltäglich ist, war die größte Sorge, dass hier alles gut läuft.

Was war für euch das Wichtigste am ganzen Bauvorhaben?

Familie Weiler: Die Qualität der erbrachten Leistung war für uns am wichtigsten. Hierfür war es auch oft nötig hintendran zu stehen, da manchmal eine wichtige Frage geklärt werden musste und sonst vielleicht etwas schief gegangen wäre. Außerdem war uns natürlich wichtig, dass das ganze Vorhaben ohne größere Pannen über die Bühne geht.

Was ist das Besondere an eurem Haus?

Familie Weiler: Die zentrale Lüftung, die Wärmepumpe (über Smartphone steuerbar), der Fußboden, der sich automatisch der Außentemperatur anpasst, die Haustüre, die mit Telefon und Computeranlage gekoppelt ist, eine Videoüberwachung im Eingangsbereich und dass die Abwärme der Server (der Bauherr hat eine Computerfirma) zum Heizen genutzt wird.

Habt ihr euch Gedanken über „barrierefreies Bauen“ gemacht?

Familie Weiler: Ja, unser komplettes Haus ist barrierefrei gebaut. Die Etage, in der wir wohnen ist komplett ebenerdig, es gibt keine Stufen und alles ist leicht zugänglich.

Habt ihr euch zum Thema „energetisch Bauen“ Gedanken gemacht?

Familie Weiler: Ja! Wir haben eine stärkere Dämmung gewählt und außerdem alle Fenster 3-fach verglasen lassen. Und über unsere Lüftungsanlage wird 98% der Wärme wieder genutzt.

Für welche Bauart habt ihr euch entschieden und warum?

Familie Weiler: Wir haben ein Massivhaus aus Stein. Unser erstes Haus ist ebenfalls so gebaut und daher war für uns klar, dass das zweite Haus auch so gebaut wird.

Was hättet ihr jetzt im Nachhinein anders gemacht?

Familie Weiler: Wir hätten weniger bzw. kleinere Fenster einbauen lassen, da durch die großen Fensterflächen viel Platz verloren geht, an denen man etwas hätte hinstellen können.

Außerdem hätten wir im Nachhinein in unserem zweiten Bad auch eine Dusche eingebaut.

Und zuletzt würden wir uns nicht mehr für eine Wärmepumpe entscheiden.
Erstens aus Kostengründen, der Strompreis entwickelt sich nach oben und zweitens ist es oft schwer steuerbar. Wenn es plötzlich kalt wird, kann man nicht mal eben die Heizung anschalten und ein paar Minuten später ist es warm. Das dauert in der Regel dann erst mal ein paar Stunden. Deshalb haben wir im Bad auch einen extra Heizkörper, den man vor dem Duschen anschalten kann um nicht zu frieren.

Vielen Dank an Familie Weiler für das nette Interview.

Bildquellen:
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