Solarthermieanlage glänzt mit hohen Wirkungsgraden

Wenn von Solarenergie die Rede ist, denken die meisten Menschen in erster Linie an Photovoltaikanlagen, mit denen aus der Strahlung der Sonne Strom erzeugt werden kann. Die Gewinnung solarer Wärme steht nicht im Fokus. Das ist umso erstaunlicher, als eine Solarthermieanlage die Sonnenenergie wesentlich effektiver nutzen kann als eine Photovoltaikanlage.

Je nach eingesetztem Solarkollektor – grob unterscheidet man Röhren- und Flachkollektoren – werden im Schnitt rund 50 Prozent der Sonneneinstrahlung, die auf die Absorberfläche des Kollektors trifft, in nutzbare Wärmeleistung umgewandelt. Bei modernen Hochleistungs-Photovoltaikmodulen beträgt der Wirkungsgrad dagegen maximal um die 22 Prozent.

In den meisten Regionen kann eine ausreichend dimensionierte Solarthermieanlage auf dem Dach den Warmwasserbedarf von Mai bis September zu 100 Prozent decken. Die Heizung kann also komplett ausgeschaltet werden. Ohne Solarthermieanlage müsste diese im Sommer nur für die Warmwassererzeugung betrieben werden. Dabei arbeitet sie mit einem sehr niedrigen Nutzungsgrad und das ist nicht effizient.

Wie sieht es im Winter aus?

Im Winter trägt die Solarthermieanlage zwar deutlich weniger zur Deckung des Warmwasserbedarfs bei, übers Jahr gesehen lassen sich aber immerhin rund 60 Prozent mit Sonnenenergie decken. Dafür ist neben den Kollektoren auf dem Dach ein Speicher nötig. In den Solarkollektoren wird das Wärmeträgermedium – meist eine Flüssigkeit mit einem Frostschutzmittel – erwärmt und dann zum Speicher geleitet, wo die Wärme über einen Wärmetauscher an das Trinkwasser abgegeben wird. Je Quadratmeter Kollektorfläche sind etwa 60 bis 70 Liter Speicherkapazität erforderlich. Damit lassen sich dann 50 Liter Nutzwasser erwärmen.

Bei reiner Warmwasserbereitung reichen für eine vierköpfige Familie also vier bis sechs Quadratmeter Solarkollektorfläche aus, ist zudem eine Unterstützung der Heizung geplant, sollten es mindestens 10 bis 14 Quadratmeter sein. Ist also etwas mehr Platz auf dem Dach lohnt es sich, über eine größere Solarthermieanlage nachzudenken, die nicht nur für Warmwasser sorgt, sondern im Winter darüber hinaus die Heizung unterstützt.

Verschiedene Fördermöglichkeiten

Dabei ist es egal, welche Heizung genutzt wird. Sei es eine Öl- oder Gasheizung, ein Pelletkessel oder eine Wärmepumpe, Solarthermie stellt immer eine sinnvolle Ergänzung dar. Das macht auch das im September 2015 eingeführte Heizungslabel deutlich: Öl- und Gasheizungen schaffen es nur in Kombination mit Solarthermie in die Effizienzklasse A+. Trotzdem nutzen aktuell nur 10 Prozent der neu installierten Heizanlagen Solarwärme als zusätzliche Energiequelle.

Damit sich das ändert, hat die Bundesregierung zum 1. April 2015 die Förderung von Solarthermieanlagen im Rahmen des Marktanreizprogramms deutlich ausgeweitet. So werden im Rahmen der Basisförderung neben den Kombianlagen zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung nun auch reine Warmwasseranlagen gefördert.

  • Bei Kombianlagen gibt es für die Kollektoren eine Basisförderung von 140 Euro pro Quadratmeter, der Mindestbetrag liegt bei 2.000 Euro.
  • Bei Anlagen zur Warmwasserbereitung sind es 50 Euro je Quadratmeter, mindestens 500 Euro.

Große Anlagen mit einer Bruttokollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern werden wie folgt gefördert:

  • Reine Warmwasserbereitung: 100 Euro je Quadratmeter im Gebäudebestand, 75 Euro im Neubau.
  • Kombianlagen: 200 Euro je Quadratmeter im Gebäudebestand und 150 Euro im Neubau.

Voraussetzung ist hier, dass mindestens drei Wohneinheiten mit der Solarwärme versorgt werden oder die Nutzfläche bei Nichtwohngebäuden mindestens 500 Quadratmeter beträgt. Alternativ zur Förderung nach Kollektorfläche ist auch eine ertragsabhängige Förderung möglich.

 

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