Interview mit Julia Hofmann – Eine Leidenschaft mit Erfolg

Julia Hofmann eröffnete am 15.10.2012 in Abensberg (Landkreis Kelheim / Niederbayern) ihren eigenen Friseursalon “Atelier Cut”. In ihrer bisherigen Karriere kann Julia Hofmann auf einige beträchtliche Erfolge zurückblicken. Meistertitel mit 19, eigener Salon usw. Handwerk Kompakt traf sich daher zu einem Gespräch mit der jungen Friseurmeisterin.

Handwerk-kompakt: Frau Hofmann, seit wann war es Ihr Wunsch den Beruf der Friseurin zu erlernen und wie sehen Sie die Lehrzeit im Nachhinein?

Julia Hofmann: Es fing alles im Kindesalter an. Seitdem ich denken kann, war mir klar ” Ich will Friseurin werden und einen Laden führen”. Ich hatte schon immer ein sehr großes Interesse an Frisuren, Farben, Make -up, Mode, Trends etc. Ich muss gestehen meine Lehrzeit war sehr schön. Dadurch dass ich dass alles wollte, fiel es mir sehr leicht das Gelernte gezielt umzusetzen. Ich wurde schon im 1 Lehrjahr sehr geschult, war ständig auf Seminaren, Workshops etc. Dafür bin ich auch heute noch sehr dankbar. Man sollte immer auf dem neuesten Stand bleiben und durch meine vielen Weiterbildungen kann ich nur sagen, Lehrzeit ist wichtig, ein guter Chef der Potenzial in einem sieht und dich schult, dies kann für ein späteres Leben sehr hilfreich sein.

Handwerk-kompakt: Was bewegte Sie als junge Gesellin dazu, schon so früh nach Abschluss der Lehrzeit die Meisterschule zu absolvieren?

Julia Hofmann: Das ist ganz einfach. Ich bin eine Kämpferin und habe so gut wie vor nichts Angst. Ich denke sehr positiv und so gehe ich auch an die Sache heran. Klar dass man im Hinterkopf auch das Negative behalten sollte. Es war mir klar, vor dem Alter von 20 meinen Meister schaffen zu wollen und ich bin glücklich ihn mit 19 Jahren absolviert zu haben.

Handwerk-kompakt: War es für Sie im Voraus klar, dass Sie den Meisterbrief erlangen wollen und welche Schwierigkeiten und Hürden kamen auf dem Weg zur Friseurmeisterin auf Sie zu?

Julia Hofmann: Klar, ich wollte den Meistertitel und koste es was es wolle. Ich habe auf Vieles verzichtet und habe meinen Meister in 3 Monaten gemacht. Es war eine der besten Zeiten in meinem Leben. Ich habe von niemanden Druck bekommen dass ich es schaffen muss, im Gegenteil. Mein Vater musste zwar viel mit mir durchmachen , aber er sagte immer: “Wenn ich nicht mehr kann dann kann ich nicht mehr, und wenn du ihn nicht aufs erste mal schaffst dann aufs zweite mal”. Es gab Momente wo ich echt fertig war aber in meinem Kopf habe ich immer mein Ziel gesehen und das habe ich für nichts auf der Welt aufgegeben. Ich machte mir immer selbst Druck. Ich ging fast jede Woche zu meinem Lehrer und fragte ihn ob ich die Meisterprüfung schaffen würde. Er lachte und sagte immer: “Frau Hofmann, sie gehören zu den Besten dieser Klasse”. Dann gab es eine Phase wo ich ein totales Black out hatte und mir nichts mehr merken konnte. Mein Körper konnte nichts mehr aufnehmen. Doch das legte sich nach einer Woche und dann gings wieder Berg auf, zum Glück. Das größte Geschenk war wirklich das Wissen, ich trage jetzt den Meistertitel.

Handwerk-kompakt: Sie sind seit dem 15.10.2012 selbstständig mit einem eigenen Salon in Abensberg, Was hat sich seitdem für Sie am meisten geändert?                            

Julia Hofmann: Eigentlich nicht viel, ich bin immer noch die Alte, die viel zu viel redet, Späßchen macht, in der Arbeit singt und sich für niemanden auf der Welt ändern würde. Das einzige was sich für mich geändert hat ist, dass ich mir jetzt denke, Mist die Feiertage sind wieder so blöd geregelt und Mist schon wieder Wochenende.  Ich arbeite halt doch sehr gerne und von mir aus auch 24 Std. Ein besonderes Gefühl ist, dass ich weiß Ich bin jetzt eine Geschäftsfrau und das macht mich dann doch sehr stolz.                 

Handwerk-kompakt: Mit einem eigenen Salon sind Sie nun an einem Punkt angekommen, von dem aus Sie auf mehrere Etappen Ihres Lebens zurückschauen können. Würden Sie mit der Erfahrung, die Sie jetzt besitzen etwas anders machen und wenn ja was?

Julia Hofmann: Nein, ich würde nichts anders machen. Im Gegenteil. Wenn ich zurück schaue, dann weiß ich, es gab Momente die nicht toll waren und Momente die toll waren. Den Weg meines Lebens würde ich genau so wieder gehen. Man macht Fehler und daraus lernt man aber das ist sehr wichtig für die Zukunft.

Handwerk-kompakt: Welche Ziele haben Sie sich mit dem eigenen Salon in Hinsicht Kundenzufriedenheit, Leistungen und Personal gesteckt?

Julia Hofmann: Kundenzufriedenheit ist für mich sehr wichtig. Nur die Kunden sind der Grund für ein bestehendes Unternehmen. Jeder Mensch ist einzigartig und ich will diese Einzigartigkeit unterstreichen. Ich gehe auf Kundenwünsche ein. Eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön fürs Kommen ist mir auch sehr wichtig. Ich arbeite gerne ruhig, nehme mir Zeit für meine Kunden, habe öfters mal Angebote. Ich will, dass meine Kunden mit einem Lächeln aus meinem Geschäft gehen. Ich will, dass alles in Ordnung ist und meinen Kunden Zufrieden sind. Durch mein wohlfühlendes Ambiente möchte ich meine Kunden zur Enstpannung bringen und mit der Kulturmarke der Stars “Paul Mitchell Serie” verwöhnen. Erstklassigen Service, perfekte fachliche Leistungen und typgerechte Abstimmung ermöglichen absoluten Wohlfühlfaktor für meine Kunden.

Handwerk-kompakt: Was würden Sie jungen Handwerkern raten, die einen ähnlichen Weg wie Sie gehen  und sich auch selbstständig machen wollen?

Julia Hofmann: Lasst euch von niemandem unterkriegen! Kämpft für das was Ihr wollt! Hebt nie ab und bleibt so wie Ihr seid. Nur wenn man auch wirklich will fällt einem alles leichter. Meine Mottos lauten: “Nicht das Alter ist entscheidend für den Erfolg” und ”Nimm dir die Zeit für deine Träume bevor dir die Zeit deine Träume nimmt”

Handwerk-kompakt: Zum Abschluss, macht Ihnen Ihr Handwerk noch Freude?

Julia Hofmann: Ja, sonst würde ich das alles hier nicht durchziehen. Ich liebe meinen Beruf über alles, das kann sich wahrscheinlich niemand vostellen, doch für mich ist die Schönheitsbranche wie ein eigenes Baby. Für den Beruf der Friseurin braucht man Kreativität, Interesse und ein großes Talent. Techniken kann ich Jedem beibringen nur muss man sein eigens Ding herausfinden und da helfen einem die Techniken nicht mehr weiter. Ich weiß dass ich mein ganzes Leben lang Friseurin sein werde. Und für die nächstes Jahre habe ich mir schon wieder ein neues Ziel gesetzt, als Trainerin zu arbeiten und bei Bühnenshows mitmachen zu können.

Handwerk-kompakt: Vielen Dank für das Gespräch Frau Hofmann.

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United GmbH 2022