Finanz- und Liquiditätsplanung im Handwerk

Die Finanz- und Liquiditätsplanung im Handwerk setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Ziel der Pläne ist es, die Einnahmen- und Ausgabenströme zu lenken und fristgerecht zu überwachen.

Bei dieser Planung ist der Liquiditätsplan besonders wichtig, da dieser Teilplan aus allen Bereichen Informationen zusammenfasst, und die monatlichen Einnahmen und Ausgaben werden konkret einander gegenüber gestellt. Wie eine Liquiditätsplanung genau aussieht und wozu sie bei Handwerksbetrieben dient, folgt hier nun in einem kurzen Überblick. Für eine detailliertere Erklärung der allgemeinen strategischen und operativen Steuerung der Liquidität sollte Fachliteratur zum Thema Finanz-Controlling zu Rate gezogen werden.

Liquiditätsplanung – Das A und O für einen produktiven und effizient arbeitenden Betrieb

Lange schon kann man nicht mehr nur die Kontoauszüge betrachten und Geld investieren, solange noch Geld auf dem Konto ist. Die Liquiditätsplanung dient dazu, Insolvenzen zu vermeiden, in dem der Kapitalbedarf für den Einkauf der Waren und die finanziellen Forderungen aus der Gründungszeit genau ausgerechnet werden und somit keine Liquiditätsschwierigkeiten mehr entstehen können.
Aus diesem Grunde ist die Liquiditätsplanung in allen Betrieben, insbesondere auch in Handwerksbetrieben, ein Muss, das für mindestens sechs Monate im Voraus angefertigt werden sollte. Im grundlegenden Sinne ist die Liquiditätsplanung mit der Buchführung zu vergleichen, allerdings werden statt den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben die geplanten Einnahmen und Ausgaben aufgelistet und einander gegenübergestellt. Daten wie:

  • Lohnkosten (meist der größte Ausgabenposten in der Handwerks- und Dienstleistungsbranche)
  • Miete und andere Büro- und Materialkosten
  • Warenverkäufe
  • und Rohstoffe

sollten bei der Liquiditätsplanung aufgeführt werden. Nach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen sollte immer noch ein finanzieller Überschuss bestehen, damit der Betrieb die Möglichkeit hat, die eigenen anfallenden Rechnungen zu bezahlen.
Im Idealfall wurden diese laufenden Kosten schon bei der Existenzgründung berechnet und angemessen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Wurden diese in der Gründungsphase aber zu niedrig einkalkuliert, können sich im Laufe der nächsten Monate Liquiditätsschwierigkeiten für das Unternehmen ergeben, sodass dringender Handlungsbedarf besteht.

Tipps für eine funktionierende Liquiditätsplanung

Vor allem im Handwerk klagen Betriebe über die Zahlungsunwilligkeit oder nur die verzögerte Begleichung von Rechnungen ihrer Kunden. Um möglichen Liquiditätsschwierigkeiten aufgrund verspäteten oder nicht-eingegangenen Zahlungen aus dem Weg zu gehen, sollten Betriebe konsequent die Forderungen bei den Kunden einfordern und bei Zahlungsverzug schnell handeln, um so die Beträge einzufordern und selbst liquide zu bleiben. Eine Zahlungsfrist von 30 Tagen ist in den meisten Branchen üblich, sodass diese auch beim Handwerk für die Kunden gelten sollte. Wenn die finanzielle Lage des Betriebs immer noch angespannt ist, können individuelle Absprachen mit den Lieferanten getroffen werden oder die eigenen Zahlungen verschoben werden. Aufgrund der hohen Kosten, die Kredite mit sich bringen, sollten insbesondere Kontokorrentkredite nur kurzfristig genutzt werden.

 

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