Den richtigen Handwerker finden – worauf man bei der Suche achten sollte

Ob es um einen Wintergarten-Anbau, das Verlegen der Fliesen im neuen Badezimmer, oder den Ausbau des Dachbodens inklusive neuer Elektroleitungen geht – es gibt viele Tätigkeiten, für die wir einen Fachmann benötigen. Lässt sich die Renovierung des Schlafzimmers für manchen Verbraucher mit etwas handwerklichem Geschick noch auf eigene Faust stemmen, so kommen wir in vielen Spezialbereichen ohne einen Experten nicht aus. Doch nicht immer ist es leicht, den richtigen Handwerker zu finden. Die folgenden Tipps helfen dabei, an einen seriösen und kompetenten Fachmann zu gelangen.

Empfehlungen schaffen Vertrauen

Vielleicht gibt es im eigenen Bekanntenkreis jemanden, der in der Vergangenheit die gleiche
Dienstleistung benötigte und gute Erfahrungen gemacht hat? Es ist sinnvoll, sich erst einmal in der eigenen Nachbarschaft umzuhören – so findet man oft schnell eine gute Fachkraft aus der Region. Außerdem bietet das Internet neben Verzeichnissen von Handwerkern auch viele Bewertungsplattformen. Hier profitiert man von den Erfahrungen anderer Verbraucher.

Dabei sollte man bedenken: Der enttäuschte Kunde wird eher motiviert sein, eine negative Bewertung und Warnung an andere Nutzer im Netz zu verbreiten, als dass ein zufriedenere Nutzer einen ausführlichen Erfahrungsbericht schreibt. Relativiert man die Bewertungen vor diesem Hintergrund, so erhält man ein objektiveres Bild. Und zu guter letzt ist es durchaus üblich, mögliche Kandidaten – gerade bei größeren Bauvorhaben – auch nach Referenzen fragen.

Angebote vergleichen

Es ist sinnvoll, sich von verschiedenen Betrieben Kostenvoranschläge zukommen zu lassen. Jedes seriöse Unternehmen wird bereit sein, diese auch schriftlich zu unterbreiten. Damit wird noch keine Kaufverpflichtung eingegangen. Wichtig ist, das Anliegen so präzise wie möglich zu beschreiben. Inzwischen gibt es auch diverse Onlineportale, die für bestimmte Bauvorhaben direkt Vergleichsangebote anfordern. Im Anschluss können die Angebote miteinander verglichen werden und die Entscheidung für einen Anbieter fällt leichter.

Die finale Rechnung darf übrigens maximal 10% vom Betrag im Kostenvoranschlag abweichen. Es ist jedoch wichtig, auch die Qualität im Blick zu behalten: Neben dem Preis spielt der Umfang und der Aufwand des Angebotes eine wichtige Rolle. Enthält das vermeintlich günstigere Angebot auch alle Posten und wurde nicht womöglich am Material gespart? Auch sollte man darauf achten, sich keine Extra-Posten aufdrängen zu lassen, die man nicht zwangsläufig benötigt.

Präsenz zeigen

Irgendwann ist es soweit – die Entscheidung ist gefallen und eine Fachkraft hat den Zuschlag erhalten. Schon vor Beginn der Arbeiten ist es wichtig, einen Vor-Ort-Termin zu vereinbaren. Es erspart späteren Ärger, alle Details schon im Vorfeld so präzise wie möglich abzuklären und und die eigenen Vorstellungen genau zu schildern. Nachfragen sind erlaubt. Hier gibt es die Gelegenheit, offene Fragen und eventuelle technische Besonderheiten zu klären. So werden Missverständnisse vermieden und beste Vorraussetzungen für ein Arbeitsergebnis gesetzt, mit dem man langfristig zufrieden ist.

Natürlich sollte mindestens der erste Termin in Anwesenheit des Auftraggebers erfolgen. Aber im Zuge der Arbeiten kann es nicht schaden, sich immer mal wieder blicken zu lassen, denn auch zwischendurch können sich Rückfragen ergeben und es gibt die Möglichkeit einzuwirken. Regelmäßiges Erscheinen auf der Baustelle und Kontrolle des aktuellen Standes sind empfehlenswert: Man kann sich zeigen lassen, welche Arbeiten gemacht wurden und überprüfen, ob tatsächlich die im Angebot vereinbarten Materialien verwendet wurden.

Abnahme und Zahlung

Für größere Aufträge sind Teilzahlungen bei laufenden Arbeiten üblich. In aller Regel wird dies bereits im Vorfeld vertraglich geregelt. Der vollständige Rechnungsbetrag sollte jedoch erst nach Abschluss aller Arbeiten und deren Abnahme gezahlt werden. Im Klartext heißt dies, bei der finalen Begehung auf Mängel hinzuweisen und diese schriftlich zu protokollieren. Der Auftragnehmer ist verpflichtet, diese nachzubessern, bis seine Arbeit frei von Mängeln ist. In extremen Ausnahmefällen und bei schwerwiegenden Mängeln kann die Abnahme verweigert werden.

Letztlich hat der Bauherr jedoch nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten: Die Zahlungsverpflichtung kann nicht unbegrenzt hinausgezögert werden. Und was schon während der Arbeiten zu einer fairen und freundlichen Kommunikation beiträgt: Jeder Handwerker freut sich über den obligatorischen Kaffee bei der Arbeit. Verpflichtend ist die Versorgung jedoch nicht.

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