Einsatz erneuerbarer Energien beim Eigenheim: Maßnahmen und Hinweise

In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen der Energieversorgung in der Bundesrepublik grundlegend verändert. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Heizöl oder Erdgas haben in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Preisschüben geführt. Zwar ist durch die aktuelle geopolitische Lage der Markt hier etwas entspannter und auch war der Winter 2014 etwas milder, dennoch ist langfristig davon auszugehen, dass die Heizkosten auch in Zukunft weiter ansteigen werden, sei es bei der Mietwohnung oder dem Eigenheim.

Es ist nachvollziehbar, dass immer mehr Häuslebauer künftig nicht mehr abhängig sein wollen von weltweit immer knapper werdenden fossilen Rohstoffen. Allein in den Jahren 1995 bis 2010 sind laut den Energiedaten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Preise für Heizmittel um 105 Prozent gestiegen.
Die Erzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien stellt auch eine deutliche Klimaentlastung dar. Wer seine Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger umstellt, gewinnt daher auch in Zukunft mehr Sicherheit vor steigenden Preisen und leistet so auch gleichzeitig einen Beitrag zum globalen Klimaschutz.

Staatliche Förderung

Regenerative Energien werden nach wie vor besonders staatlich gefördert. Wer seine Heizung auf erneuerbare Energien umstellt oder gleich damit den Neubau plant, erhält seit dem 1. April 2015 deutlich höhere Investitionszuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die eigenen vier Wände stellen nach wie vor die größte Investition für viele Bundesbürger dar. Aktuell bewegen sich die Zinsen auch auf einem sehr niedrigen Niveau, was einen zusätzlichen Anreiz schafft. Darüber hinaus gilt vielen das Eigenheim als die klassische Altersvorsorge schlechthin. Im Vorfeld müssen einige Hürden genommen werden und es empfiehlt sich, den Neubau bis ins kleinste Detail zu planen. Auch stellt sich die Frage nach der finanziellen Machbarkeit des Vorhabens und nach den Fördermöglichkeiten, die genutzt werden können. Nicht selten bieten Banken in diesem Zusammenhang die Einbindung von öffentlichen Fördermitteln für die Finanzierung an. Dadurch haben Verbraucher weniger Organisationsaufwand bei der Finanzierung.

Solarwärme

Solaranlage auf dem Dach, Bildquelle: ©Norbert Nagel (commons.wikimedia.de) ¬ CC BY-SA 3.0

Bildquelle: ©Norbert Nagel (commons.wikimedia.de) ¬ CC BY-SA 3.0

Auf dem Dach installierte Kollektoren wandeln bei solarthermischen Anlagen die Einstrahlung der Sonne in verwertbare Wärme um. Die thermale Energie wird von einem Wärmeträger (meist ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz) via Rohrleitungen in den Heizungsraum im Keller geleitet. Dies erfolgt über eine Umwälzpumpe. Das Rohrnetz ist separat vom Trinkwasser Kreislauf des Hauses angelegt, so dass kein Frostschutz in Berührung mit dem Trinkwasser des Hauses kommen kann. Für die Installation eignen sich besonders nach Süden ausgerichtete Dach- und Fassadenflächen, da die Sonneneinstrahlung aus südlicher Richtung am stärksten ist. Die Erwärmung des Trinkwassers macht sich bei einer solarthermischen Anlage insbesondere im Sommer bezahlt. Im Jahr können mit der gewonnenen Wärme aus Sonnenenergie im Schnitt bis zu 70 Prozent des Bedarfs an Energie für die Warmwasserversorgung produziert werden. Das Einsparpotenzial liegt dann, je nach Dämmstandard des Gebäudes, bei bis zu 20 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs. Besonders in den Übergangsphasen im Frühjahr und Herbst kann eine solche Anlage einen messbaren Beitrag leisten und Heizkosten sparen.

Biomasse

Biomasse als erneuerbare Energie, Bildquelle: © PublicDomainPictures (pixabay)¬ CC0 1.0

Bildquelle: © PublicDomainPictures (pixabay)¬ CC0 1.0

In den letzten Jahren kam es zu einem Trend hin zur Holzheizung und weg vom Öl- oder Gas. Der nachwachsende Energieträger Holz kann in verschiedenen Varianten genutzt werden.
In privaten Haushalten kommen häufig Pellets-Heizungen zum Einsatz. Diese Pellets bestehen aus Abfallholz, beispielsweise aus Sägewerken, welches zu kleinen Stäbchen gepresst wird und so besonders einfach in Säcken gelagert und automatisiert genutzt werden kann. Bei sehr modernen Holzpellets-Heizungen fallen darüber hinaus nur sehr geringe Feinstaubemissionen an. Für besonders emissionsarme und effiziente Holzpellet-Kessel gibt es das Umweltzeichen „Blauer Engel„, was beim Kauf einer solchen Anlage berücksichtigt werden sollte.
Sogenannte Hackschnitzel aus Holz finden sich eher im ländlichen Raum, da diese besonders bei holzverarbeitenden Betrieben anfallen. Auch das klassische Scheitholz kann mit geeigneter Heizungstechnik ganze Gebäude mit Wärme versorgen. Traditionell wurde Scheitholz nur im Kaminofen im Wohnzimmer eingesetzt, der nur die direkte Umgebung rund um die Feuerstelle beheizt.

Mit der Vergasung von Biomasse lässt sich in der Praxis nicht nur heizen, auch kann so sehr effizient Strom erzeugt werden. Dazu dienen Kraft-Wärmekopplungsanlagen. Größere Anlagen können auch automatisiert mit Scheitholz oder Hackgut nachgefüllt werden. Ein Nachteil: Wo immer Holz verbrannt wird, entsteht Feinstaub, der anschließend durch den Schornstein geht. Dies ist insbesondere bei schlechter Verbrennung der Fall. Die Verbrennung im heimischen Kamin von Scheitholz erzeugt dabei besonders hohe Emissionen. Wie viel Feinstaub tatsächlich freigesetzt wird, hängt vom Wartungszustand und dem Alter einer Verbrennungsanlage ab. Darüber hinaus spielt auch die Qualität des verwendeten Holzes eine große Rolle. Die zulässigen Grenzwerte für Emissionen sind derzeit in der „Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz“ (1. BImSchV-Verordnung über kleine und mittlere Feueranlagen) geregelt, die hier nachgelesen werden können. Die Verordnung regelt auch konkret, welche Brennstoffe in den heimischen Feuerungsanlagen eingesetzt werden dürfen. Offene Kamine haben einen sehr geringen Wirkungsgrad, denn hier zieht die meiste Wärmeenergie direkt über den Kamin wieder ab.

Wärmepumpe

Wärmepumpentechnik ist seit ca. 30 Jahren bewährt und kommt vor allem in Wohnhäusern zum Einsatz. Wärmepumpen nehmen die restliche Sonnenwärme auf, die beispielsweise im Boden oder der Luft gespeichert ist. Diese thermische Energie wird wieder zurück in den Heizkreislauf gespeist, kann aber durchaus auch das Trinkwasser erwärmen. Zwar müssen auch Wärmepumpen unter Energieeinsatz betrieben werden, also verbrauchen ebenfalls Strom. In Kombination mit einem Batteriespeicher und einer Solaranlage ergeben sich aber weitere Vorteile, um den Strombedarf des Eigenheims möglichst autark vom Stromnetz zu machen.

 

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