Das 10.000-Häuser-Programm: Energieförderung für Bayern

Planen Sie eine energetische Sanierung oder den Bau eines energieeffizienten Hauses, stehen Ihnen zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Neben den deutschlandweit verfügbaren Mitteln hat das Land Bayern seit einem Jahr ein eigenes Förderprogramm aufgelegt. Mit dem 10.000-Häuser-Programm werden seither Arbeiten an der Heizungs- und Energietechnik finanziert. Welche Maßnahmen gefördert werden, wie hoch die verfügbaren Mittel sind und wie Sie an die Förderung aus dem 10.000-Häuser-Programm kommen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Was ist das 10.000-Häuser-Programm?

Das 10.000-Häuser-Programm ist ein vom Land Bayern aufgesetztes Förderprogramm, mit dem die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich vorangetrieben werden soll. Ziel des Programms, das den Beinamen „Energie-Bonus Bayern“ trägt, ist es, Energie zu sparen und gleichzeitig das Klima zu schonen. Mit diesem Hintergrund unterstützt das Land Bayern mit der Förderung die Eigentümer selbstbewohnter Ein- und Zweifamilienhäuser, egal ob nur der Kessel getauscht, ein altes Haus saniert oder gleich ein neues Effizienzhaus gebaut werden soll.

Je nach Maßnahmen gibt es dabei einmalige Zuschüsse von 1.000 Euro bis zu 18.000 Euro. Das Besondere daran: Die Förderung, die nur an bayerische Haushalte ausgezahlt wird, ist mit vielen Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kombinierbar.

Das 10.000-Häuser-Programm wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und soll bis Ende 2018 auslaufen. Planen Sie die Sanierung oder den Neubau eines eigenen Hauses, haben Sie also noch knapp zwei Jahre die Chance auf hohe Fördersummen.

Heizungstausch: Förderung für die neue Heizung

Alte Heizungsanlagen verbrauchen häufig viel mehr Energie als eigentlich nötig. Gründe dafür liegen zum einen in der Technik, die dem aktuellen Stand weit hinterherhängt, oder ganz einfach in einer falschen Einstellung, zum Beispiel des Wärmeverteilnetzes.

Durch den Kesseltausch und einfache Optimierungsarbeiten kann die Effizienz einer alten Heizungsanlage deutlich gesteigert werden. Die Ergebnisse zeigen sich dabei nicht nur in den sinkenden Heizkosten, sondern auch in einer geringeren Belastung des Klimas. Denn neben dem Energieverbrauch sinkt mit neuen Heizungen auch der CO2-Ausstoß.

Um den Austausch alter und ineffizienter Heizkessel zu fördern, unterstützt der Freistaat Bayern Hausbesitzer mit einem einmaligen Zuschuss von 1.000 bis 2.000 Euro.

Voraussetzung dafür ist, dass die vorhandene Heizung zwischen 25 und 30 Jahren alt ist und immer noch funktioniert. Außerdem darf der Kessel nicht von der Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung betroffen sein. Die neue Anlage muss hingegen auf Brennwerttechnik, Biomasse oder Kraft-Wärme-Kopplung basieren und zusammen mit einer hocheffizienten Heizungspumpe eingebaut werden. Um die Effizienz so weit wie möglich zu optimieren, muss gleichzeitig auch ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Hinweis: Die Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung besteht, wenn Kessel mit einer Leistung von 4 bis 400 Kilowatt bereits älter als 30 Jahre sind und nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik bestehen.

Gezahlt wird ein Zuschuss von 1.000 Euro, wenn nur der alte Heizkessel getauscht wird. Planen Sie auch eine Solarwärme-Anlage zur Warmwasserbereitung, erhöht sich die Summe um 500 Euro. Noch einmal 500 Euro extra – also insgesamt 2.000 Euro – gibt es, wenn die thermische Solaranlage auch die Heizung unterstützt. Die folgende Grafik stellt die Zuschüsse für den Heizungstausch des 10.000-Häuser-Programms noch einmal zusammen.

Heizungstausch mit dem 10000-Häuser-Programm

Abbildung: Alexander Rosenkranz

Energie-Systemhaus: Förderung für energetische Sanierung und effizienten Neubau  

Das Beste in Sachen Energieeffizienz erreichen Sie dann, wenn Ihr Haus ganzheitlich betrachtet und alle Maßnahmen – von der Technik bis zur Hülle – aufeinander abgestimmt werden. Denn dabei können Synergieeffekte genutzt werden, die das Energieeinsparpotenzial deutlich anheben. Da dieser ganzheitliche Ansatz – der nicht nur Ihr Portemonnaie, sondern auch das Klima entlastet – bei Neubau und Sanierung gilt, werden beide Bereiche über das 10.000-Häuser-Programm gefördert.

Mit dem Programmteil Energie-System-Haus zahlt der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 1.000 bis 18.000 Euro, aufgeteilt auf einen Technik- und einen Effizienzhaus-Bonus. Voraussetzung für die Förderung ist dabei, dass Ihr Haus bei einer Sanierung mindestens den KfW-Effizienzhausstandard 115 und bei einem Neubau mindestens den KfW-Effizienzhausstandard 55 erreicht.

Sowohl bei Neubau- als auch bei Sanierungsvorhaben unterscheiden sich die möglichen Fördersummen im Technik-Bereich nach der Art der Systemtechnik. Bezuschusst werden dabei:

  • Wärmepumpen mit Speicher mit 2.000 bis 2.500 Euro (Sole- oder Grundwasser-Systeme sowie Luft-Wärmepumpen in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage werden mit 2.000 Euro gefördert. Für gasbetriebene Wärmepumpen gibt es 2.500 Euro),
  • Kraftwärme-Kopplungssysteme zur Eigenstromerzeugung mit Wärmespeicher mit 1.500 bis 4.000 Euro (3.000 Euro werden für das BHKW gezahlt. Noch einmal 1.500 gibt es bei gemeinschaftlich genutzten BHKWs für jeden einzelnen Hausanschluss),
  • Photovoltaikanlagen zur Stromeinspeisung mit 2.000 bis 4.500 Euro (2.000 Euro gibt es für Anlagen, die 50 Prozent ihrer Leistung einspeisen und mit Wärmespeicher und elektrischer Warmwasserbereitung verbunden sind. 2.200 gibt es für Anlagen, die 50 Prozent ihrer Leistung in das öffentliche Netz einspeisen und mit einem Stromspeicher verbunden sind, 4.200 Euro gibt es für Anlagen, die 30 Prozent ihrer Leistung einspeisen und mit einem Wärmespeicher, einer elektrischen Warmwasserbereitung und einem Stromspeicher verbunden sind),
  • Solarthermieanlagen mit Wärmespeicher mit 1.000 bis 9.000 Euro (Für Anlagen mit Kollektoren von mindestens 10 m² und einem 1-m³-Speicher gibt es 1.000 Euro. Für Anlagen mit Kollektoren von mindestens 15 m² und einem 2-m³-Speicher gibt es 1.500 Euro und für Anlagen mit Kollektoren von mindestens 20 m² und einem 3-m³-Speicher gibt es 2.500 Euro. Deckt die Solarwärmeanlage 100 Prozent des Heizenergiebedarfs, gibt es 9.000 Euro),
  • Holzheizungen mit 1.500 Euro.

Neben diesem Heizbonus zahlt das Land Bayern über das 10.000-Häuser-Programm auch einen Zuschuss, wenn das sanierte oder neu gebaute Gebäude einen besonders niedrigen Wärmebedarf hat. Bei einer Modernisierung gibt es über den Effizienz-Haus-Bonus dabei einen Zuschuss von 3.000 bis 9.000 Euro:

  • für ein 8-Liter-Haus gibt es 3.000 Euro (Heizwärmebedarf maximal 80 kWh/m²a),
  • für ein 5-Liter-Haus gibt es 6.500 Euro (Heizwärmebedarf maximal 50 kWh/m²a),
  • für ein 3-Liter-Haus gibt es 9.000 Euro (Heizwärmebedarf maximal 30 kWh/m²a).

Im Neubaubereich fällt die Staffelung der Zuschüsse etwas geringer aus. Umso höher sind dafür die Anforderungen, um die Zuschüsse von 4.500 bis 9.000 Euro erhalten zu können:

  • für ein 3-Liter-Haus gibt es 4.500 Euro (Heizwärmebedarf maximal 30 kWh/m²a),
  • für ein 1,5-Liter-Haus gibt es 9.000 Euro (Heizwärmebedarf maximal 15 kWh/m²a).

Die nachfolgende Grafik stellt die möglichen Fördersummen im Programmteil Energie-Systemhaus des 10.000-Häuser-Programms noch einmal zusammen.

10.000-Häuser-Förderung für effiziente Neubau- und Sanierungsvorhaben, Förderung bei Wärmepumpen, eigenen Strom, Photovoltaik, Solarthermie, Holzheizungen, Sanierung, Neubau

Abbildung: Alexander Rosenkranz

Wie ist die Förderung zu beantragen?

Die Beantragung der Förderung erfolgt ganz einfach online über das Portal energieatlas.bayern. Nachdem Sie die wichtigsten Informationen zu Ihrem Gebäude in das Onlineformular eingetragen haben, bekommen Sie im ersten Schritt eine Auskunft darüber, ob Ihr Vorhaben förderfähig ist und wie hoch die Zuschüsse wahrscheinlich ausfallen.

Im zweiten Schritt senden Sie den Online-Antrag ab und warten auf Post. Die zugesandten Antragsunterlagen müssen zusammen mit einem Energieberater ausgefüllt und zurückgeschickt werden.

Nachdem Ihnen die Bestätigung postalisch mitgeteilt wurde, haben Sie insgesamt 30 Monate Zeit, die im Antrag genannten Maßnahmen durchzuführen. Anschließend erstellen Sie einen Verwendungsnachweis, in dem die ordnungsgemäße Durchführung aller Arbeiten bestätigt wird, und erhalten die Zuschüsse auf Ihr Konto.

Wichtig: Die Beantragung der Mittel muss unbedingt vor dem Beginn der Maßnahmen erfolgen.  

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