Sanierung: Förderung auch für Einzelmaßnahmen

Geht es um die energetische Sanierung, glauben viele Hausbesitzer, dass Fördermittel nur für den Komplettumbau zum Effizienzhaus gezahlt werden. Finanzielle Mittel gibt es über die Kreditbank für Wiederaufbau – die KfW – aber auch dann, wenn nur einzelne Maßnahmen wie die Dämmung von Dach oder Fassade umgesetzt werden. Welche Arbeiten dabei gefördert werden, wie hoch die finanziellen Mittel sind und wie die Gelder beantragt werden können, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Diese Einzelmaßnahmen werden von der KfW gefördert

Neben der Komplett-Sanierung zum KfW-Effizienzhaus werden Hausbesitzer über die KfW auch bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen mit finanziellen Mitteln unterstützt. Förderung gibt es dabei für folgende Arbeiten:

Die Dämmung der Gebäudehülle

Haben Sie vor, einige Teile Ihres Gebäudes zu dämmen, können Sie dazu Fördergelder der KfW beantragen. Voraussetzung ist, dass die hohen Anforderungen an die energetische Qualität eingehalten werden. Die von der KfW vorgegebenen U-Werte, die angeben, wie viel Wärme über ein Bauteil strömen darf, sind dabei deutlich höher als die der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung. So müssen gedämmte Außenwände zum Beispiel einen Wert von 0,20 W/m²K erreichen. Förderung bekommen Sie aber zum Beispiel auch dann, wenn:

  • Dächer oder oberste Geschossdecken gedämmt werden,
  • Kellerdecken oder an unbeheizte Räume grenzende Innenwände gedämmt werden,
  • Außenwände gegen Erdreich gedämmt werden,
  • die Bodenplatte gedämmt wird.

Austausch von Fenstern oder Türen

Neben der Dämmung werden auch neue Fenster oder Türen über die KfW gefördert. Voraussetzung dafür ist, dass auch hier die hohen Anforderungen an die energetische Qualität eingehalten werden. Für neue Fenster, Balkon- oder Terrassentüren gilt dabei zum Beispiel ein maximal zulässiger U-Wert von 0,95 W/m²K.

Wichtig ist außerdem, dass der U-Wert der neuen Fenster schlechter ist als der U-Wert der Wand, in die sie eingebaut werden. Das verhindert, dass zu hohe Feuchtigkeit aus der Luft an den Wänden kondensiert, und beugt schwerwiegenden Feuchteschäden vor. Auch die Entstehung von Schimmelpilzen kann so verhindert werden.

Wird bei Einfamilienhäusern mehr als ein Drittel der Dachfläche abgedichtet oder werden mehr als ein Drittel der alten Fenster ausgetauscht, muss nach DIN 1946 Teil 6 ein Lüftungskonzept erstellt werden. Um Bauschäden durch kondensierende Feuchtigkeit zu verhindern, soll dieses sicherstellen, dass die Luftfeuchte im Haus trotz höherer Dichtheit ausreichend reguliert werden kann. Eventuell werden dabei auch zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen notwendig.

Wenn durch den Austausch von Fenstern und Türen oder die Dämmung von Außenwänden und Dachflächen mehr als 50 Prozent der wärmeumschließenden Hüllfläche eines Gebäudes saniert wird, muss zusätzlich ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Dabei wird das Verteilnetz auf den geringeren Wärmebedarf angepasst und sichergestellt, dass die Heizung effizient und sparsam arbeitet.

Hinweis: Eine ausführliche Liste mit Anforderungswerten für die energetische Qualität verschiedener Bauteile finden Sie in den technischen Mindestanforderungen der KfW.

Neben der Verbesserung der energetischen Qualität von Dächern, Fassaden oder Fenstern fördert die KfW auch Einzelmaßnahmen an der Anlagentechnik wie etwa die folgenden Arbeiten:

Austausch vorhandener Heizungsanlagen

Finanzielle Mittel bekommen Sie zum Beispiel auch dann, wenn ein alter Heizkessel ohne Brennwertnutzung durch ein neues Brennwertgerät ersetzt oder Ihr Haus erstmalig an ein Fern- oder Nahwärmenetz angeschlossen wird. Wichtig dabei ist, dass ein Fachhandwerker prüft, ob das alte Heizungsnetz, bestehend aus Verteilung und Heizflächen, zur neuen Technik passt. Um bestmögliche Einsparungen erzielen zu können, muss mit dem Austausch des Wärmeerzeugers auch ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Einbau einer Ökoheizung zusätzlich zum Austausch der Heizung

Soll neben einer neuen Brennwertheizung ein Wärmeerzeuger zur Nutzung erneuerbarer Energien eingebaut werden, wird auch dieser über die KfW gefördert. Geld gibt es dabei generell für Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Solarthermie-Anlagen. Nicht alle erneuerbaren Heizgeräte sind förderfähig. Weitere Informationen zu den speziellen Anforderungen finden Sie in den technischen Mindestanforderungen der KfW.

Optimierung einer alten Heizungsanlage

Haben Sie vor, die Energieeffizienz Ihrer Heizungsanlage zu erhöhen, wird auch das von der KfW gefördert. Zumindest dann, wenn die Anlage älter als 2 Jahre ist. Gelder gibt es dabei für:

  • eine Bestandsaufnahme, die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs und die Optimierung der Regelung (Heizkurven, Systemtemperaturen oder Pumpenleistung),
  • den Einbau von Hocheffizienzpumpen im Heizungs- und Trinkwassernetz,
  • den Einbau voreinstellbarer Heizkörperthermostatventile,
  • Maßnahmen zur Volumenstromregelung in Einrohr-Heizsystemen,
  • den Einbau oder den Ersatz von Pufferspeichern,
  • den Einbau von Flächenheizsystemen mit Vorlauftemperaturen von maximal 35 Grad Celsius,
  • den Einbau neuer Heizkörper zur Reduzierung der Systemtemperatur auf maximal 60 Grad Celsius,
  • den Einbau von Bauteilen zur Durchflussmengenbegrenzung und Einzelraumregelung in Flächenheizsystemen,
  • die Umrüstung eines Niedertemperaturkessels zum Brennwertgerät,
  • die Dämmung von Rohrleitungen,
  • den Einbau zusätzlicher Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Der Einbau einer Lüftungsanlage

Neben dem Einbau einer neuen Heizungsanlage fördert der Staat über die KfW auch neue Lüftungsanlagen. Finanzielle Mittel gibt es dabei zum Beispiel für bedarfsgeregelte zentrale Abluftanlagen mit effizienten Ventilatoren. Auch zentrale, dezentrale oder raumweise Lüftungsanlagen sowie Kompaktgeräte für energieeffiziente Gebäude werden gefördert, wenn sie mit einer Wärmerückgewinnung und effizienten Ventilatoren ausgestattet sind.

Wichtig für die Förderzusage ist außerdem der Nachweis der Luftdichtheit des Gebäudes sowie die Abgabe einer Fachunternehmererklärung, die die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen dokumentiert. Die Lüftungsgeräte selbst müssen außerdem den Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie einhalten.

Diese Mittel gibt es für Einzelmaßnahmen

Geht es um die KfW-Förderung von Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung, haben Sie als Privatperson immer die Wahl zwischen zinsgünstigem Darlehen oder Investitionszuschuss.

Das Darlehen mit einem Zinssatz von 0,75 Prozent wird über das KfW-Programm 151/ 152 gewährt. Als besonderes Plus gibt es für die beschriebenen Einzelmaßnahmen auch einen Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent der Darlehenssumme, maximal jedoch 3.750 Euro je Wohneinheit.

Der Investitionszuschuss wird dagegen über das KfW-Programm 430 gewährt. Gezahlt werden dabei jeweils 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 5.000 Euro je Wohneinheit. Der Mindestbetrag für die Auszahlungen liegt bei 300 Euro. Die förderfähigen Kosten der Sanierungsmaßnahme müssen sich dabei auf mindestens 3.000 Euro belaufen.

Sanierung: Höhere Förderung für Maßnahmenpakete

Neben der Förderung von Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung unterstützt der Staat auch die Umsetzung sogenannter Maßnahmenpakete – Kombinationen verschiedener Arbeiten, die zusammen eine hohe Effizienz alter Häuser gewährleisten. Finanzielle Mittel bekommen Sie dabei für folgende Arbeiten:

Die Sanierung im Heizungspaket

Dabei muss ein alter, fossil betriebener Heizkessel durch eine neue Brennwert- oder Ökoheizung ausgetauscht werden. Gleichzeitig muss auch die Wärmeverteilung und -übergabe so saniert werden, dass sich die Effizienz der Gesamtanlage deutlich erhöht. Die Förderung wird dabei nur dann gewährt, wenn ungeregelte Pumpen, nichtvoreinstellbare Thermostatventile und falsch dimensionierte Heizkörper durch neue Komponenten ersetzt werden. Wie bei der Einzelmaßnahme zum Kesseltausch muss auch im Heizungspaket ein hydraulischer Abgleich erstellt werden.

Hinweis: Die Förderung im Heizungspaket gibt es nur dann, wenn der alte, mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betriebene Heizkessel nach aktuell gültiger Energieeinsparverordnung noch nicht getauscht werden muss. Das heißt, er muss jünger als 30 Jahre oder ein Niedertemperatur- oder Brennwertkessel sein.

Die Sanierung im Lüftungspaket

Wird eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung erneuert oder neu installiert und gleichzeitig eine Maßnahme an der Gebäudehülle – Dämmung oder Fenstertausch – durchgeführt, kann eine höhere Förderung im Lüftungspaket beantragt werden. Wichtig dabei ist, dass das Gebäude nach der Sanierung einen definierten Luftwechsel nicht überschreitet. Die Dichtheit ist dabei mit einem Blower-Door-Test nachzuweisen.

Diese Mittel gibt es für Sanierungs-Pakete

Wie bei der Sanierung von Einzelmaßnahmen haben Hausbesitzer auch bei Sanierungspaketen die Wahl zwischen Darlehen und Investitionszuschuss. Jedoch sind die Konditionen im Vergleich deutlich besser.

Während das Darlehen über das KfW-Programm 151/ 152 auch hier mit einem Zinssatz von 0,75 Prozent gewährt wird, fällt der Tilgungszuschuss mit 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 6.250 Euro je Wohneinheit, höher aus.

Ähnlich verhält es sich auch bei den Investitionszuschüssen über das KfW-Programm 430. Denn mit 15,0 Prozent der förderfähigen Kosten oder maximal 7.500 Euro je Wohneinheit sind auch diese deutlich höher als bei Einzelmaßnahmen zur Sanierung.

So können Sie die Förderung der KfW beantragen

Die Anträge für die Förderung von Einzelmaßnahmen oder Sanierungspaketen stellen Hausbesitzer vor dem Beginn der Maßnahme zusammen mit einem Energieberater. Als Sachverständiger für Energieeffizienz muss dieser sicherstellen, dass die Maßnahmen sinnvoll sind und Schäden durch Planungsfehler ausgeschlossen werden können. Mit der Energie-Effizienz-Experten-Liste betreibt die KfW eine eigene Experten-Datenbank, über die Sie kompetente Sachverständige aus Ihrer Umgebung finden.

 

Sie können keine KfW Förderung beantragen und benötigen stattdessen einen Bankkredit für Ihre Sanierungsmaßnahme?

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