Ökoheizung: BAFA-Förderung zum Heizen mit erneuerbaren Energien

Wohnungen und Häuser verschlingen schon heute oft mehr als ein Drittel der monatlichen Einnahmen vieler Haushalte. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben auch die Energiekosten für Heizung und Warmwasser. Durch die Verknappung fossiler Rohstoffe und den damit verbundenen Preisanstieg für Gas und Öl könnte dieser in Zukunft noch weiter ansteigen. Eine Alternative für Geldbeutel und Umwelt bietet dagegen das Heizen mit erneuerbaren Energien. Und das wird sogar gefördert. Wie viel Geld Sie für Solarthermie, Holzheizung und Wärmepumpe bekommen und wie die Förderung zu beantragen ist, zeigen wir in den folgenden Abschnitten.

Welche Heizungen können über das BAFA-Programm gefördert werden?

Ist die alte Heizung für mindestens 2 Jahre in Betrieb, wird ihr Austausch oder ihre Erweiterung durch erneuerbare Energie-Anlagen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. Zuschüsse gibt es dabei generell für:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Anlagen
  • Wärmepumpen

Aber auch nach dem Einbau und der Förderung einer neuen Ökoheizung gibt es zusätzliche Mittel. Nämlich dann, wenn bereits in Betrieb genommene Anlagen überprüft und zur Verbesserung der Effizienz nachjustiert werden.

Wird neben dem Austausch alter Heizungsanlagen das gesamte Netz optimiert, bietet auch das Anreizprogramm Energieeffizienz – kurz APEE – einen zusätzlichen Bonus.

Solar-Förderung: So viel Geld gibt es für solare Wärme in der Heizung

Planen Sie den Einbau einer neuen Solarthermie-Anlage, kann diese über das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ gefördert werden. Zuschüsse gibt es dabei für Anlagen, die zur Warmwasserbereitung und/oder zur Heizungsunterstützung installiert werden.

Hinweis: Gefördert werden auch Solaranlagen, die zur Kühlung oder zur Erzeugung von Prozesswärme eingesetzt werden. Interessant ist das vor allem für Unternehmen und Industriebetriebe, die ihre Energieeffizienz verbessern und ihre Produktionskosten senken wollen.

Für Solarkollektoren, die ausschließlich zur Warmwasserbereitung errichtet werden, erhalten Sie einen Förderbetrag von mindestens 500 Euro bzw. 50 Euro je Quadratmeter. Voraussetzung: Die Anlage muss eine Kollektorfläche zwischen 3 und 40 Quadratmeter haben und mit einem Wärmespeicher von mindestens 200 Litern verbunden sein.

Soll die neue Solaranlage auch die Heizung unterstützen, das Gebäude kühlen oder ein Wärmenetz mit Energie versorgen, fällt die Förderung dagegen höher aus. Denn dann bekommen Sie mindestens 2.000 Euro bzw. 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche. Auch hier gibt es die Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  • Anlagen mit Vakuum-Kollektoren müssen eine Fläche zwischen 7 und 40 Quadratmeter aufweisen und mit einem Wärmespeicher verbunden sein. Dieser muss ein Volumen von mindestens 50 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben.
  • Anlagen mit herkömmlichen Flachkollektoren müssen eine Fläche zwischen 7 und 40 Quadratmeter aufweisen und mit einem Wärmespeicher verbunden sein. Dieser muss ein Volumen von mindestens 40 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben.

Wird eine bestehende Solaranlage erweitert, zahlt das BAFA einen Betrag von 50 Euro für jeden zugebauten Quadratmeter Kollektorfläche.

Hinweis: Nicht jede Solaranlage wird auch gefördert. Eine aktuelle Übersicht der förderfähigen Geräte finden Sie auf der Webseite des BAFA: (pdf)

Neben der Basis-Förderung kann unter bestimmten Bedingungen auch eine Zusatzförderung beantragt werden. 500 Euro gibt es dabei zum Beispiel dann, wenn neben der neuen Solaranlage auch ein Öl- oder Gas-Heizkessel ohne Brennwerttechnik durch ein neues Brennwertgerät getauscht oder eine neue BAFA-geförderte Ökoheizung installiert wird.

Werden neben der neuen Solaranlage auch Optimierungen an alten Heizungsanlagen durchgeführt, können zusätzlich 10 Prozent der dabei entstehenden Kosten gefördert werden. Obergrenze ist hier die Hälfte der bereits gewährten Basis-Förderung.

Wird die Solaranlage in einem zum KfW-Effizienzhaus 55 sanierten Gebäude installiert, zahlt das BAFA noch einmal 50 Prozent der Basisförderung obendrauf.

Hinweis: Große Solaranlagen zur Warmwasser- oder Heizungsunterstützung können bei Neubau und Sanierung zusätzlich durch eine Innovationsförderung bezuschusst werden. Informationen dazu finden Sie hier: www.bafa.de

Die folgende Abbildung zeigt die Fördermöglichkeiten für Solaranlagen im Überblick.

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Darstellung: © Alexander Rosenkranz

Den Antrag für die Förderung einer Solarthermie-Anlage müssen Sie als Privatperson maximal 9 Monate nach Abschluss der Maßnahme direkt an das BAFA stellen. Alle notwendigen Informationen dazu finden Sie hier: www.bafa.de

Biomasse-Förderung: So viel Geld gibt es für Scheitholz, Hackschnitzel und Pellets

Neben der Sonne zählt auch Holz in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten zu erneuerbaren Energien für die eigene Heizung. Planen Sie, eine neue Biomasseanlage zu installieren oder eine alte Heizung damit zu ergänzen, können Sie zur Finanzierung auch Fördermittel aus dem BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ nutzen.  Voraussetzung ist, dass die neue Heizung eine Leistung von mindestens 5 und maximal 100 Kilowatt erreicht.

Wie hoch die Förderung dabei ausfällt, richtet sich generell nach der Technik der neuen Anlage. Soll zum Beispiel eine automatisch beschickte Pelletanlage installiert werden, bekommen Sie einen Zuschuss von 80 Euro je Kilowatt, mindestens aber:

  • 000 Euro für einen Pelletofen mit Wassertasche
  • 000 Euro für einen Pelletkessel
  • 500 Euro für einen Pelletkessel mit Pufferspeicher (Volumen mind. 30 Liter je Kilowatt Nennwärmeleistung)

Wird dagegen eine neue Hackschnitzel-Anlage installiert, zahlt das BAFA einen Pauschal-Betrag von 3.500 Euro. Für eine besonders emissionsarme Scheitholz-Heizung gibt es 2.000 Euro.

Hinweis: Nicht jede Biomasseheizung wird auch gefördert. Eine aktuelle Übersicht der förderfähigen handbeschickten (pdf) und automatisch beschickten Anlagen (pdf) finden Sie auf der Webseite des BAFA.

Neben diesen Basis-Mitteln gibt es auch für nachhaltige Biomasseheizungen eine Zusatzförderung. 500 Euro werden dabei gezahlt, wenn die neue Holz-Heizung zusammen mit einer Solarthermie-Anlage installiert wird oder die erzeugte Wärme direkt in ein Wärmenetz eingespeist wird.

Wie bei der Solarförderung vergibt das BAFA zusätzliche Mittel auch dann, wenn neben der Installation der neuen Heizung die alte Anlage optimiert (10% der anfallenden Kosten, maximal 50% der Basisförderung) oder die Biomasse-Heizung in ein saniertes KfW-Effizienzhaus 55 eingebaut wird (pauschal 50% der Basisförderung).

Hinweis: Werden Biomasse-Heizungen mit Einrichtungen zur Partikelabscheidung oder Brennwertnutzung ausgestattet, können diese sowohl im Neubau als auch im Altbau über eine spezielle Innovationsförderung bezuschusst werden. Informationen dazu finden Sie hier: www.bafa.de

Die folgende Abbildung zeigt die Fördermöglichkeiten für Biomasseheizungen im Überblick.

Grafik zur BAFA-Förderung für Biomasse-Anlagen

Darstellung: © Alexander Rosenkranz

Den Antrag für die Förderung einer Biomasseheizung müssen Sie als Privatperson maximal 9 Monate nach Abschluss der Maßnahme direkt an das BAFA stellen. Alle notwendigen Informationen dazu finden Sie hier: www.bafa.de

Wärmepumpen-Förderung: So viel Geld gibt es für die Nutzung von Umweltwärme

Über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ fördert das BAFA auch den Einbau von Wärmepumpen bis zu einer thermischen Leistung von 100 Kilowatt. Bezuschusst werden dabei Geräte, die entweder zur Warmwasserbereitung und Raumheizung oder nur zur Raumheizung installiert werden. Im Gegensatz zu Solarthermie- oder Biomasseheizungen können Wärmepumpen über das BAFA auch im Neubau gefördert werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Anlagen dabei höhere Anforderungen erfüllen müssen.

Hinweis: Gefördert werden auch Wärmepumpen, die gewerbliche Prozesswärme bereitstellen oder die erzeugte Wärme direkt in ein Wärmenetz einspeisen. Interessant ist das vor allem für Unternehmen und Industriebetriebe, die ihre Energieeffizienz verbessern und ihre Produktionskosten senken wollen.

Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt zunächst von der Art der Wärmepumpe und der angezapften Umweltenergie-Quelle ab. Für eine elektrische Luft-Wärmepumpe bekommen Sie dabei einen Zuschuss von 40 Euro je Kilowatt Nennwärmeleistung bzw. mindestens jedoch 1.300 Euro. Bei leistungsgeregelten und/oder allein betriebenen Wärmepumpen steigt der Mindestbetrag auf 1.500 Euro an.

Planen Sie hingegen die Installation einer Erd- oder Wasser-Wärmepumpe, erhalten Sie bereits 100 Euro je Kilowatt Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 4.000 Euro. Werden gleichzeitig auch Erdsonden-Bohrungen durchgeführt, kann der Mindestbetrag sogar auf 4.500 Euro ansteigen. Zumindest dann, wenn die Bohrfirma DVGW-zertifiziert ist und Sie selbst eine Sachschadenversicherung nachweisen können.

Soll anstatt einer elektrischen eine gasbetriebene Wärmepumpe installiert werden, bekommen Sie unabhängig der Energiequelle einen Betrag von 100 Euro je Kilowatt, mindestens jedoch 4.500 Euro.

Hinweis: Nicht jede Wärmepumpe wird auch gefördert. Eine aktuelle Übersicht der förderfähigen Geräte finden sie auf der Webseite des BAFA: www.bafa.de

Neben diesen Basis-Mitteln gibt es auch für Wärmepumpen eine Zusatzförderung. 500 Euro werden dabei gezahlt, wenn die neue Anlage zusammen mit einer Solarthermie-Anlage installiert oder die erzeugte Wärme direkt in ein Wärmenetz eingespeist wird.

Wie bei der Solar- und Biomasseförderung vergibt das BAFA auch hier zusätzliche Mittel, wenn neben der Installation der neuen Heizung die alte Anlage optimiert (10% der anfallenden Kosten, maximal 50% der Basisförderung) oder die Wärmepumpe in ein saniertes KfW-Effizienzhaus 55 eingebaut wird (pauschal 50% der Basisförderung).

Noch einmal 500 Euro können darüber hinaus gewährt werden, wenn elektrische Wärmepumpen ihre Leistung an die Bedürfnisse des öffentlichen Versorgungsnetzes anpassen können. Ein spezielles Lastmanagement regelt die Geräte dabei zum Beispiel herunter, wenn im öffentlichen Stromnetz gerade ein hoher Bedarf registriert wird.

Hinweis: Für Wärmepumpen, die gemessen an ihrer Jahresarbeitszahl eine besonders hohe Effizienz aufweisen, gibt es zusätzlich auch eine Innovationsförderung. Informationen dazu finden sie hier: www.bafa.de

Die folgende Abbildung zeigt die Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen im Überblick.

Grafik zur BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Darstellung: © Alexander Rosenkranz

Alle Informationen darüber, wann und wie Sie die Förderung für eine neue Wärmepumpe richtig beantragen, hat das BAFA in einem Leitfaden zur Antragstellung zusammengefasst. Diesen finden Sie hier (pdf).

 

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