Klimaanlage nachrüsten: Darauf sollten Sie achten

Ein richtiger Sommer ist warm, sonnig und eigentlich nur am nahegelegenen See oder Freibad auszuhalten. Klettert das Thermometer dagegen auch in Arbeits- und Wohnräumen weit nach oben, kann das schnell unangenehm werden. Denn dann sinkt die Konzentration, unsere Körper werden träge und von einem gesunden Schlaf können viele oft nur träumen. Abhilfe schaffen dabei Klimageräte, die im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung auch nachgerüstet werden können. Wie das funktioniert und was Sie bei nachträglich installierten Klimaanlagen beachten sollten, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Wie funktioniert eine Klimaanlage für das eigene Zuhause?

Egal, was für ein Klimaanlagen-Typ installiert wird, funktionieren die Geräte im Grunde alle gleich: Sie saugen Luft aus dem Innenraum, entziehen ihr Wärme und geben diese dann an die Außenluft ab. Die heruntergekühlte Luft blasen die Klimageräte dann zurück in den Raum, in dem sie aufgestellt sind.

Die Kühlung der Raumluft selbst läuft dabei genau wie in einem Kühlschrank oder einer Wärmepumpe ab. In einem Kreislauf zirkuliert ein Kältemittel – eine Flüssigkeit mit speziellen physikalischen Eigenschaften – zwischen zwei Wärmeübertragern. Am ersten Übertrager entzieht das flüssige Kältemittel, das selbst kälter ist als die Raumluft, dieser ihre Energie. Während das Kältemittel dabei verdampft, sinkt die Temperatur der Luft ab. Im nächsten Schritt erhöht ein elektrischer Verdichter den Druck des entstandenen Gases, wodurch dessen Temperatur über die der Außenluft steigt. Das ist notwendig, damit das Klimagerät die Wärme der Raumluft am zweiten Wärmeübertrager nach außen abgeben kann. Nach einer Regeneration des zirkulierenden Kältemittels, bei der es wieder vollständig flüssig wird, beginnt der Prozess von vorn. Die folgende Abbildung verdeutlicht den Prozess.

Funktionsweise einer Klimaanlage im eigenen Zuhause

Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Welche Klimaanlagen können auch nachträglich eingebaut werden?

Soll eine Klimaanlage nachgerüstet werden, haben Hausbesitzer und Wohnungsnutzer generell die Wahl zwischen Monoblöcken und Split-Klimageräten.

Monoblöcke: Kompakte Anlagen zur Innenaufstellung

Monoblöcke bestehen aus einem Gerät, das alle notwendigen Bauteile beinhaltet. Sie können als mobile Einheiten frei im Raum aufgestellt oder direkt an der Wand montiert werden. Je nachdem, wie Monoblöcke die Außenluft organisieren, kann man sie weiter in Ein- und Zweischlauchsysteme unterscheiden.

Einschlauchsysteme ziehen dabei alle Luft aus dem Raum und blasen die warme Abluft über einen durch das Fenster geführten Schlauch nach außen. Während die Geräte dadurch ganz ohne Bauarbeiten installiert werden können, haben sie einen entscheidenden Nachteil. Denn im Betrieb erzeugen sie einen Unterdruck im Raum, der dazu führt, dass warme Luft über das geöffnete Fenster direkt wieder in die Wohnung strömt.

Besser sind dagegen Zweischlauch-Systeme, die direkt an der Wand installiert werden. Während sie die Raumluft im Umluft-Prinzip kühlen, organisieren die Geräte den Austausch mit der Außenluft über zwei Kernbohrungen in der Außenwand. So wird sichergestellt, das warme Luft nicht unnötig in die gekühlten Räume strömt und die Kosten möglichst gering bleiben.

Split-Klimageräte: Effiziente Kühl-Anlagen mit Außen- und Inneneinheit

Während sich bei Monoblöcken alle nötigen Bestandteile in einem Gerät befinden, bestehen Split-Klimageräte aus zwei Komponenten: einem Verdampfer, der der Raumluft ihre Wärme entzieht, und einem Verflüssiger, der die Energie an die Umgebung abgibt. Beide Teile sind dabei über zwei dünne Kupferleitungen miteinander verbunden.

Durch diese Trennung kann nicht nur die Energieeffizienz verbessert, sondern auch die Geräuschbelastung reduziert werden. Denn der Verdichter, das lauteste Bauteil der Klimaanlage, kann dabei außen untergebracht werden.

Im Gegensatz zu Monoblöcken sind Split-Klimageräte immer mit baulichen Maßnahmen verbunden. Neben den Mauerdurchführungen für Stromanschluss und Kältemittelleitungen werden die einzelnen Komponenten dabei meist an der Wand montiert.

Was muss ich bei der Aufstellung einer Klimaanlage zum Nachrüsten beachten?

Die passende Leistungsklasse: Eine Klimaanlage muss die Wohnung bzw. einzelne Zimmer darin ausreichend kühlen. Damit das funktioniert, haben die Geräte unterschiedliche Leistungsklassen. Viele Monoblöcke mit Kühlleistungen von 2 bis 5 Kilowatt eignen sich dabei meist nur zur Kühlung normaler bis großer Räume. Sind dagegen besonders große Fensterflächen vorhanden oder soll die ganze Wohnung gekühlt werden, ist es günstig, einen Fachhandwerker zu Rate zu ziehen. Dieser kann Typ und Größe der Anlage bestimmen und die Technik fachgerecht montieren.

Die Lautstärke im Betrieb: Neben dem Gerätetyp und der erforderlichen Leistung ist auch die Lautstärke ein wichtiges Kriterium für die Qualität der Anlage. Denn auch angenehme Temperaturen im Raum nützen wenig, wenn man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Eine Lautstärke von 50 db(A) entspricht zum Beispiel einem normalen Gespräch. Vor allem günstige Geräte liegen häufig noch über diesem Wert.

Temperatur und Zugluft: Ein behagliches Raumklima entsteht nur dann, wenn unangenehme Zugluft vermieden wird. Erreicht werden kann das über die Einstellung von Kühl-Temperatur und Luftleitlamellen. Während die Temperatur dabei nicht mehr als 4 °C bis 6 °C unter der der Außenluft liegen sollte, müssen die Geräte unbedingt so positioniert und aufgestellt werden, dass die eingeblasene Luft nicht direkt über Sitzplätze strömt.

Die Energieeffizienz: Wichtig für Umwelt, Klima und Geldbeutel ist darüber hinaus die Energieeffizienz der Klimaanlagen. Wie bei Kühlschränken und anderen Elektrogeräten wird diese durch ein sogenanntes Energielabel – einen Aufkleber, der die Energieeffizienzklasse anzeigt – verdeutlicht. Mit einem Gerät der Klasse A++ fallen die Betriebskosten dabei besonders günstig aus.

Hinweis: Das Energielabel enthält Angaben über die Energieeffizienzklasse, den Wirkungsgrad, die Leistung, den Geräuschpegel und den Strom, den das jeweilige Gerät in einer Stunde verbraucht. Es hilft damit verschiedene Klimageräte transparent vergleichen zu können.

Welche Kosten verursacht eine Klimaanlage?

Die Kosten, die eine Klimaanlage verursacht, hängen von ihrer Leistung, ihrer Effizienz und den Betriebsstunden ab. Hat ein Gerät einen durchschnittlichen Stromverbrauch von einem Kilowatt je Stunde (Angabe auf dem Energielabel), so kostet das multipliziert mit dem aktuellen Strompreis rund 28 Cent. Bei 500 Betriebsstunden im Jahr belastet das Klimagerät die Stromrechnung dabei mit rund 140 €.

Tipp: Um die Kosten der Klimaanlage zu reduzieren, gilt es zuerst alle möglichen Maßnahmen zum Wärmeschutz zu treffen. Das heißt: Tagsüber sollten die Rollos geschlossen und nachts die Fenster geöffnet werden.

Müssen Klimaanlagen regelmäßig gewartet werden?

Klimaanlagen befördern kontinuierlich wertvolle Luft durch Filter, Kanäle und Schläuche. Um dabei sicherstellen zu können, dass die Atemluft nicht unnötig belastet wird, sind die Filter der Klimageräte regelmäßig zu reinigen. Ganz einfach funktioniert das zum Beispiel mit einem Staubsauger oder etwas Wasser.

Bei der Kühlung der Luft fällt kontinuierlich auch Wasser aus. Während fest montierte Geräte dieses Kondenswasser oft nach außen ableiten, wird es in mobilen Monoblöcken in einem Tank gespeichert. Dieser muss regelmäßig geleert werden.

Fest installierte Split-Klimaanlagen sollten hingegen jährlich von einem Fachmann überprüft werden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Kühlkreislauf dicht ist und die Anlage effizient und schadenfrei arbeitet.

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