Alte Heizungsanlage einfach optimieren

Endlich. Die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen spürbar an. Während viele Hausbesitzer ihren Lebensmittelpunkt in der warmen Jahreszeit in Gärten und Parks verlegen, gerät die alte Heizung oft in Vergessenheit. Dabei eignet sich die bevorstehende Heizpause gut, um alte Anlagen zu optimieren. Oft kann dabei schon mit einfachen Maßnahmen bares Geld gespart werden. Welche das sind, wie diese umgesetzt werden und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Der Pumpentausch – Hohe Effizienz für geringe Stromkosten

Eine Studie des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.) hat ergeben, dass fast jede dritte Heizungsanlage in Deutschland 20 Jahre oder älter ist. Neben dem Kessel selbst verursachen dabei auch alte Heizungspumpen oft hohe Kosten.

Wie das Herz im menschlichen Körper sorgen Heizungspumpen dafür, dass die Wärme aus dem Heizkessel überall im Haus verteilt wird. Während der Heiz-Saison, die sich oft von September bis April erstreckt, arbeiten sie dabei fast 5.000 Stunden unter voller Leistung. Bei einer Stromaufnahme von 100 Watt können dabei jedes Jahr Kosten von etwa 140 Euro entstehen.

Im Gegensatz zu den alten können moderne Hocheffizienz-Pumpen ihre Leistung automatisch an den aktuellen Wärmebedarf anpassen. Für ein Einfamilienhaus reicht dabei oft schon eine durchschnittliche Leistung von 15 Watt. Die jährlichen Stromkosten für die Heizungspumpe können dabei auf etwa 20 Euro reduziert werden.

Bei Kosten von ungefähr 400 Euro für eine neue Heizungspumpe inklusive Einbau rechnet sich der Pumpentausch bereits nach 3 bis 4 Jahren.

Wie Sie die Stromkosten Ihrer Pumpe überschlägig ermitteln können, zeigt die nachfolgende Abbildung.

Stromkosten Ihrer Heizungspumpe überschlägig ermitteln

Ermittlung der Stromkosten über die Anzeige an der Heizungspumpe. Bildquelle: © Alex Tihonov – Fotolia.com

Hydraulischer Abgleich – Das Heizungsnetz im Gleichgewicht

Vergleicht man die Heizungspumpe mit dem menschlichen Herzen, dann bildet das Wärmeverteilnetz im Haus die Blutgefäße. Denn es leitet das warme Heizungswasser vom Kessel zu jeder Heizfläche im Gebäude.

Auf seinem Weg durch das verzweigte Rohrnetz nimmt das Wasser immer den Weg des geringsten Widerstandes. Ohne einen hydraulischen Abgleich werden dabei die Heizkörper in der Nähe des Heizkessels am besten mit Wärme versorgt. Heizflächen, zu denen das Wasser einen weiteren Weg zurücklegen muss, bleiben hingegen oft kalt. Um diesen Zustand auszugleichen, muss die Heizungspumpe mit einer höheren Leistung arbeiten, und die Stromkosten steigen.

Ein nicht abgeglichenes Heizungssystem erkennen Sie zum Beispiel daran, dass:

  • an einigen Heizkörpern deutliche Strömungsgeräusche zu hören sind,
  • Heizkörper trotz Dreh am Thermostat nicht abgestellt werden können,
  • Heizkörper nicht richtig warm werden,
  • die Stromkosten auch nach einem Pumpentausch nicht sinken.

Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass der Druckverlust auf jedem Fließweg gleich ist. Das heißt, egal zu welchem Heizkörper das Wasser gefördert wird, trifft es überall auf den gleichen Widerstand. Die Leistung der Heizungspumpe kann somit reduziert werden und die Stromkosten sinken.

In einem typischen Einfamilienhaus belaufen sich die Kosten für einen hydraulischen Abgleich auf 500 bis 700 Euro. Mit durchschnittlichen Einsparungen von etwa 100 Euro im Jahr rechnet sich die Maßnahme dabei nach 5 bis 7 Jahren.

Hinweis: Ein hydraulischer Abgleich lohnt sich immer dann, wenn Sie eines der oben genannten Symptome erkennen, die Heizungspumpe tauschen, den Heizungskessel austauschen oder Dämm-Maßnahme an der Gebäudehülle durchführen.

Sommerbetrieb für den Kessel – unnötige Kosten sparen

Wenn es draußen richtig warm wird, ist eine aktive Beheizung von Wohnhäusern in der Regel nicht mehr nötig. Die Aufgaben vieler Kessel beschränken sich dann allein auf die Warmwasserbereitung zum Spülen, Duschen oder Baden. Oft unterschätzt wird allerdings, dass ohne weitere Einstellungen trotzdem Heizenergie verbraucht wird.

Nach einer Untersuchung des Energiemanagers Techem können die jährlichen Energiekosten um etwa 5 % gesenkt werden, wenn der Heizkessel auf Sommerbetrieb umgestellt wird. Eine Maßnahme, die kein Geld kostet und in der Regel in wenigen Minuten selbst erledigt werden kann.

Hinweis: Informationen dazu, wie Sie Ihre Heizung auf den Sommerbetrieb umstellen können, finden Sie in den Herstellerunterlagen Ihres Kessels. Haben Sie die nicht mehr zur Hand, bieten viele Hersteller die Unterlagen auch online zum kostenfreien Download an.

 

 

 

Alexander Rosenkranz
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