Diese Heizsysteme haben 2015 den größten Zuspruch bekommen

Heizsysteme wurden insgesamt 710.000 abgesetzt und erreichten ein Absatzplus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Heizungsindustrie blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Das gilt jedoch nicht für Heizsysteme, die erneuerbare Energien integrieren. Die spielen eine immer weniger wichtige Rolle.

Das liegt zum Teil an den extrem niedrigen Preisen für Heizöl und den niedrigen Preisen für Gas, teilweise aber auch an der Förderpolitik. Mittlerweile gibt es wieder Fördermittel des Staats, wenn im Bestand eine Heizung getauscht wird. Das macht durchaus Sinn, denn das Alter der Heizungen im Bestand liegt nach Angaben der Branchenverbände teilweise bei bis zu 30 Jahren. Effizient sind diese Heizungs-Fossile nicht mehr. Deshalb erhöht auch der bloße Tausch einer Heizung auf Basis fossiler Energieträger indirekt den Anteil regenerativer Energien am Wärmemix. Denn wenn insgesamt weniger Wärme benötigt wird, weil effizientere Heizsysteme zum Einsatz kommen, gewinnen die bereits installierten Systeme auf Basis Erneuerbarer automatisch Anteile bei der Wärmeerzeugung.

Gas- und Öl-Brennwerttechnik sind beliebte Heizsysteme

Den größten Absatz verzeichneten im Jahr 2015 Gasheizungen. Die Gas-Brennwerttechnik, die Abwärme nutzt und derzeit am effektivsten ist, kam mit 439.500 abgesetzten Geräten ein Plus von sieben Prozent. Sie ist Stand der Technik, 2016 dürften kaum noch andere Anlagen verkauft werden. Die Anzahl der abgesetzten Gas-Niedertemperaturgeräte betrug 103.500 Stück. Immer waren knapp 20 Prozent der verkauften Gasheizungen Niedertemperaturgeräte.

Öl-Brennwerttechnik konnte ein Plus von 30 Prozent verbuchen  mit 60.000 abgesetzten Geräten. Um das zu verstehen muss man wissen, dass die Zahl der verkauften Geräte 2014 nicht besonders hoch war. Als Ursache für diese Entwicklung nennt der Branchenverband BDH neben dem niedrigen Ölpreis den hohen Modernisierungsstau in diesem Segment, ausgelöst durch eine Verunsicherung der Verbraucher. Es gab in den vergangenen Jahren ein Stop and Go bei der Förderung, das hat dazu geführt, dass viele Hausbesitzer abgewartet haben.

Der BDH nennt einen weiteren Grund:  „In vielen Fällen bestehen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wenig Alternativen zu einer Ölheizung. Zudem wird diese Technologie überproportional oft mit erneuerbaren Energien wie zum Beispiel Solarthermie kombiniert“, sagt Verbandspräsident Manfred Greis.

Erneuerbare müssen Einbußen verzeichnen

Enttäuschend verlief 2015 trotz verbesserter Förderkonditionen die Marktentwicklung der Heizungstechnologien auf Basis erneuerbarer Energien. Besonders hart getroffen hat es die Hersteller von Biomassekesseln wie Pellet-Heizungen. Deren Produkte mussten Markteinbußen von 18 Prozent hinnehmen. Schuld an der Misere waren der konkurrierende, niedrige Ölpreis und die hohen Investitionskosten.

Die hohen Strompreise bekamen 2015 auch die erfolgsverwöhnten Hersteller  von Wärmepumpen zu spüren. Mit 57.000 abgesetzten Geräten und einem Minus von 2 Prozent hielt die Technologie in etwa das Niveau des Vorjahres. Als Folge der verbesserten Förderung im Rahmen des Marktanreizprogramms konnte die Solarthermie im letzten Vierteljahr 2015 aufholen. Das machte allerdings die Einbrüche des vorherigen Quartals nicht wett. Für das Gesamtjahr gab es ein Minus von 10 Prozent. Dies entspricht 100.500 verkauften Anlagen. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Politik die Förderung für Heizungstechnologien auf Basis erneuerbarer Energien unlängst deutlich aufgestockt hat. Wir gehen von weiteren positiven Effekten in 2016 auf den Markt für erneuerbare Energien aus“, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH.

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